Werbefreie Schulen Bildung statt Beeinflussung

Ulrike Juda

Eine digitale Werbetafel in einer Friedrichshainer Oberschule, auf der die Bundeswehr für sich warb, hat in der letzten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung für erhebliche Diskussionen gesorgt. Die Linksfraktion hat dabei unmissverständlich klargemacht: Werbung der Bundeswehr in und an Schulen ist für uns inakzeptabel. Entsprechend haben wir einen Antrag eingebracht. In diesem Zusammenhang wurde auch die grundsätzliche Frage gestellt, in welchem Umfang Werbung an Schulen stattfindet. Das Bezirksamt erklärte, es gebe keine Werbeflächen in Schulen – auch keine digitalen. Diese Aussage soll nun überprüft werden.

Klar ist jedoch: Es existieren bezirkseigene Werbeflächen im unmittelbaren Umfeld von Schulen, die vermietet werden und Einnahmen für den Bezirk generieren. Gerade hier braucht es klare Leitlinien, welche Inhalte zugelassen werden und welche nicht. Hier wird sich die Linksfraktion einbringen, denn das Schulumfeld ist ein sensibler Raum. Kinder und Jugendliche, insbesondere Minderjährige, müssen vor gezielter Beeinflussung geschützt werden. Schulen sind öffentliche Orte und sie sind Schutzräume. Sie dienen dem Gemeinwohl und der Bildung – nicht den Profitinteressen von Konzernen oder staatlichen Akteuren mit Eigeninteressen. Schon heute sind Marken und Logos in Schulen allgegenwärtig: auf Kleidung, Rucksäcken oder Schulmaterialien. Schüler*innen werden zunehmend als Zielgruppen betrachtet. Der wachsende Konsumdruck belastet Kinder und Familien und verschärft soziale Ungleichheiten. Eine demokratische Schule braucht Freiheit von kommerziellem Einfluss. Statt Werbung an Schulen braucht es eine verlässliche, ausfinanzierte öffentliche Bildung. Schulen müssen Orte sein, an denen Kinder und Jugendliche lernen, solidarisch zu handeln, kritisch zu denken und gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen – nicht, wie man konsumiert.

Ulrike Juda, schulpolitische Sprecherin in der Linksfraktion in der BVV
klar.links Ausgabe #1 Januar/Feburar 2026