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Unsere Kieze sind unser Zuhause – die Müllfrage auch eine soziale Frage

Elif Eralp

Die Müllfrage begegnet uns nicht nur, wenn wir mit unserer Kampagne für bezahlbare Mieten an den Haustüren sind, sondern überall, beispielsweise auch in der Buslinie M41: Neulich beim Gedenken an Çetin Mert, der als kleiner Junge im Jahr 1975 in der Spree im innerdeutschen Grenzgebiet auf tragische Weise ertrunken ist, traf ich eine Frau, die ich zufällig kurz davor im M4er Bus kennengelernt und mich über den störenden Müll ausgetauscht hatte. Sie sagte mir, wenn ich Bürgermeisterin bin, dass ich unbedingt dafür sorgen müsse, das Müllchaos zu beenden. Menschen, die keine großen Wohnungen mit Balkonen oder Garten haben, sind drauf angewiesen, öffentliche Parks und Plätze nutzen zu können. Aber gerade in den armen Kiezen sind viele Straßen voller Abfälle und Sperrmüll. Während touristische Ecken wie der Ku‘damm viel gereinigt wird. Wir brauchen in allen Kiezen Wohlgerade im Sommer leben in unserem schönen Bezirk eigentlich alle Bewohner*innen viel draußen: auf den Plätzen, an den Ufern, im Park, auf den Spielplätzen, und unter den Bäumen, die in der Hitze Schatten spenden.

Wenn die Wohnungen heiß und eng sind, tragen diese Orte unseren Alltag. Sie sind unser Wohnzimmer im Freien. Hier treffen sich die vielen Kulturen unseres Bezirks: Familien, Rentner, Arbeitende, Jugendliche, Studierende, Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen und Identitäten. So lebenswert unser Friedrichshain-Kreuzberg ist, sieht man dort auch, was schiefläuft. Müll liegt neben Bänken. Mülleimer quellen über. Sperrmüll blockiert Wege. Das zeigt, wie sehr unser öffentlicher Raum vernachlässigt wird.

Müll ist aber auch eine Frage, wie wir leben wollen. Lasst uns dafür sorgen, dass alle draußen sein können, ohne im Müll zu sitzen. Für Menschen mit wenig Geld, für Kinder aus engen Wohnungen, für ältere Nachbarinnen, für junge Leute, für Familien, für alle die den Park als Treffpunkt brauchen, ist ein sauberer, sicherer öffentlicher Raum Voraussetzung für ein gutes Leben. Für mich heißt das: Ein linkes Müllkonzept setzt nicht primär bei Strafen an, sondern versucht die Menschen mitzunehmen und beispielsweise mit gemeinsam Sammelaktionen mehr Bewusstsein für das Problem zu schaffen, aber vor allem wollen wir auch die Politik stärker in die Verantwortung nehmen. Wir wollen mehr kostenlose Sperrmüllangebote, mehr öffentliche Reinigung, mit gut bezahlten Beschäftigten, genug Mülleimer, sichere Entsorgung, gepflegte Toiletten, und mehr Bäume, die uns auch in Zukunft Schatten schenken.

Als Direktkandidatin für Kreuzberg und Bürgermeisterkandidatin für Berlin trete ich dafür an, dass wir uns unseren öffentlichen Raum gemeinsam zurückholen, mit und für die Menschen, die unsere vielfältige Stadt am Laufen halten.

Elif Eralp, Bürgermeisterkandidatin für Die Linke Berlin
klar.links Ausgabe #4 Juli/August 2026

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