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Unsere Clubs in Gefahr:  So ist die aktuelle Lage

Maria Bischof

In Friedrichshain-Kreuzberg gibt es derzeit kaum einen Club, der nicht bedroht ist. Hinter vielen Konflikten stehen Mechanismen der Gentrifizierung, denen die Politik mitunter machtlos gegenübersteht. Doch ein Naturgesetz sind diese nicht. Einige Beispiele: Das ://about blank kämpft seit Jahren gegen den geplanten Weiterbau der A100, der auch zahlreiche weitere Clubs wie die Wilde Renate und die Neue Zukunft bedroht. Nach aktuellen Aussagen des Bundesverkehrsministers könnte der Baubeginn bereits in wenigen Monaten erfolgen. Besonders absurd: Das Blank soll nicht einmal direkt der Autobahn weichen, sondern einer Baustellenzufahrt und Lagerflächen für Baumaterial. Gleichzeitig droht mit einem geplanten Hotelbau in unmittelbarer Nähe eine weitere Gefahr durch Lärmbeschwerden. Das entsprechende Baurecht dafür besteht bereits. Das YAAM hat zwar endlich einen langfristigen Mietvertrag über 30 Jahre erhalten, gleichzeitig aber eine drastische Grundsteuererhöhung von mehr als 200.000 Euro jährlich. Für den gemeinnützigen Verein ist das nicht zu stemmen. Als Begründung dafür, warum die Grundsteuer hier nicht erlassen werden kann, verweist die Stadt darauf, dass zwei kleine Restaurants auf dem Gelände nicht gemeinnützig seien. Sowohl YAAM als auch Sage Beach blicken zudem mit Sorge auf die geplante Wohnbebauung auf dem ehemaligen BEHALA-Gelände. Die Betreiber begrüßen neuen Wohnraum grundsätzlich. Sie fordern jedoch eine Planung, die bestehende Kulturstandorte berücksichtigt und spätere Nutzungskonflikte vermeidet. Besonders dramatisch ist die Lage auf dem RAW-Gelände. Dort geht es längst nicht nur um Clubs. Im sogenannten Soziokulturellen L befinden sich unter anderem ein Kinderzirkus, Ateliers, eine Skatehalle, ein Kletterturm und zahlreiche Kulturprojekte, die teilweise seit den 1990er Jahren bestehen. Zwischen Bezirk und dem Eigentümer Lauritz Kurth wird seit Jahren über die Zukunft des Geländes verhandelt. Der Bezirk war bereit, sogar Wohnungsbau zu ermöglichen. Im Gegenzug sollten die kulturellen und sozialen Einrichtungen dauerhaft durch langfristige Mietverträge gesichert werden. Nachdem der Senat einen Entwurf für einen Rahmenvertrag vorgelegt hatte, erklärte die Kurth-Gruppe die Verhandlungen jedoch für gescheitert. Seitdem stehen Clubs und Kulturprojekte unter extremem Druck. Mietverträge wurden nicht verlängert, Nutzungserlaubnisse mit fadenscheinigen Begründungen infrage gestellt und dem Cassiopeia sogar die Kündigung zum 30. Juni angedroht.

Für die Linksfraktion in FriedrichshainKreuzberg ist klar: Es darf keinen Wohnungsbau auf dem RAW-Gelände geben, ohne die bestehenden Kultur- und Sozialeinrichtungen verbindlich zu sichern. Wir stehen mit den Betreiber*innen in ständigem Austausch. Unser Bezirk wäre ohne all diese Clubs und Kulturstätten wesentlich ärmer und langweiliger. Sie sind Schutzräume und Arbeitgeber für viele verschiedene Menschen. Um sie weiterhin so gut es geht zu unterstützen und zu schützen, braucht es eine starke LINKE in Bezirk und Land!

Maria Bischof, Sprecherin für Club- und Kulturpolitik der Linksfraktion FriedrichshainKreuzberg in der BVV
klar.links Ausgabe #4 Juli/August 2026

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