Jetzt reicht`s! Der Hedera Gruppe den Hahn abdrehen!
Der Umgang der Hedera Gruppe mit ihren über 700 Wohnungen am Hafenplatz ist schon seit langem von einer völlig mangelhaften Bewirtschaftung der Wohnanlage gekennzeichnet. Den Menschen, die hier ihr Zuhause haben, wird das Leben in einem weitgehend verwahrlosten Umfeld zugemutet.
Dass sich diese skandalöse Situation noch steigern lässt, sehen wir aktuell: Weil die von den Mieter*innen geleisteten Vorauszahlungen für Wasser in Höhe von fast 800.000 Euro monatelang nicht an die Berliner Wasserwerke abgeführt wurden, drohte die Sperrung der Wasserversorgung und damit die Obdachlosigkeit der Mieter*innen. Nur durch schnelles Handeln des Bezirks konnte dies abgewendet werden. Der Bezirk wird für die nächsten zwei Monate die Abschlagszahlungen übernehmen. Danach sollen die Mieter*innen ihre Vorauszahlungen für Wasser an einen vom Bezirk beauftragten Dritten überweisen, der die Zahlungen an die Wasserwerke weiterleitet.
Wir meinen: Jetzt reicht‘s! Statt den Mieter*innen das Wasser sollte der Hedera Gruppe der Hahn abgedreht werden! Wir halten es für zwingend geboten, der Eigentümergesellschaft die Verfügungsrechte über den Hafenplatz zu entziehen und einen Treuhänder einzusetzen. Das Wohnungsaufsichtsgesetz ermöglicht das. Zur Gefahrenabwehr muss der Senat unverzüglich eine städtische Wohnungsbaugesellschaft mit dieser Aufgabe betrauen und das bezirkliche Treuhandverfahren unterstützen. Denn es ist zu befürchten, dass andere Versorger wie z.B. Vattenfall ebenfalls Abschlagszahlungen nicht erhalten und dann auch die Wärmeversorgung gefährdet ist.
Während die Hedera also auf der einen Seite hochfliegende Abriss- und Neubaupläne für das Areal schmiedet, bedient sie sich gleichzeitig am Geld der Mieter*innen, um ihre klammen Kassen zu füllen. Dies macht deutlich, dass die einzige Entwicklungsperspektive für den Hafenplatz im Sinne der dort Wohnenden nur eine Kommunalisierung sein kann. Auf Initiative der Linken wurde durch die BVV bereits beschlossen, dass das Bezirksamt u.a. ein Bausubstanzgutachten beauftragt, um notwendige Sanierungsmaßnahmen der Wohnanlage einschätzen zu können. Unser Ziel ist der Bestanderhalt und der bezahlbare Wohnraum. Dazu müssen die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, um bei einem Verkauf durch Hedera das städtebauliche Vorkaufsrecht ausüben zu können. Dazu muss der Senat schon jetzt eine städtische Wohnungsbaugesellschaft beauftragen und finanziell in die Lage versetzen, in einen solchen Kauf einzutreten. Die Linke wird dies im Bezirk und auf Senatsebene massiv einfordern.
Kerima Bouali, Mitglied der BVV Friedrichshain-Kreuzberg
klar.links Ausgabe #6 November/Dezember 2025

