Interview mit Dr. Michael Efler

Michael Efler

Seit dem 9. Mai 2025 ist es nun offiziell. Mit Dr. Michel Efler ist Friedrichshain-Kreuzberg mit einem weiteren Abgeordneten der Partei Die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus vertreten. Damit unsere geschätzten Leser*innen Michael ein wenig kennenlernen, hier ein Interview.

Die Linke ist im Aufwind – und du zurück im AGH. Was bedeutet das für dich?
Hoffnung in diesen politisch schwierigen Zeiten. Viele Menschen haben Angst vor dem gesellschaftlichen Rechtsruck und vielen machen die hohen Mieten und gestiegenen Lebenshaltungskosten zu schaffen. Diese Menschen darf Die Linke nicht enttäuschen – für mich ist das ein klarer Handlungsauftrag!

Du bist nun Sprecher für Klimaschutz und Stadtentwicklung der Linksfraktion. Was ist dir beim Thema Klimaschutz wichtig?
Ich will mit dazu beitragen, dass Berlin bis spätestens 2040 klimaneutral wird. Dies erfordert viele öffentliche Investitionen z.B. in den Ausbau des ÖPNV oder der erneuerbaren Energien, eine sozialverträgliche Wärmewende sowie neben dem Kohle- auch den Gasausstieg. Gleichzeitig muss sich Berlin auf die Folge des Klimawandels vorbereiten, z.B. durch den Schutz von Grünflächen und Hitzevorsorge.

Was ist dir im Bereich Stadtentwicklung wichtig und wie unterscheidet sich dies vom Senat?
Berlin braucht eine Bauwende und kein plumpes Bauen, bauen, bauen des Senates. Dies bedeutet vor allem: Umbau hat Priorität vor Neubau, Abrisse müssen möglichst vermieden, Holz und nachwachsende Rohstoffe vermehrt genutzt und versiegelte Flächen zunehmend entsiegelt werden. Bezahlbarer Wohnraum muss durch die Bekämpfung von illegalen Ferienwohnungen, Leerstand und möbliertem Kurzzeitwohnen zurückgewonnen werden. Und der Volksentscheid »Deutsche Wohnen und Co. Enteignen« wird umgesetzt und das Tempelhofer Feld bleibt frei von Bebauung.

Wie prägt dein Engagement in stadtpolitischen Initiativen deine Arbeit im Parlament?
Da ich sehr lange für Vereine im Demokratie- bzw. Klimabereich gearbeitet habe, verfüge ich über zahlreiche gute und teilweise vertrauensvolle Kontakte in die Stadtgesellschaft, die mir bei der parlamentarischen Arbeit helfen werden. Dadurch werde ich auf bestimmte Themen und Entwicklungenaufmerksam, die Politik und Verwaltung erst mit Verzögerung erreichen.

Wie sieht Deine Arbeit vor Ort aus und wie kann man mit dir ins Gespräch kommen?
Als Friedrichshainer und Mitglied des Bezirksvorstandes der LINKEN ist mir die lokale Verankerung sehr wichtig und daher werde ich auch regelmäßig Initiativen und Demos im Bezirk besuchen und unterstützen. In meinem Bürgerbüro im Roten Laden im Weidenweg, das ich gemeinsam mit meinem Kollegen Stefen Zillich betreibe, werde ich sowohl anwaltliche Miet- als auch Migrationsrechtsberatung anbieten. Mir ist es wichtig, einen Teil meiner Ressourcen dafür zur Verfügung zu stellen, damit Menschen in schwierigen Lebenssituationen geholfen werden kann. Außerdem werde ich eine regelmäßige persönliche Sprechstunde anbieten.

Was gibt dir außerhalb des politischen Alltags Kraft?
Natur, Sport und Musik. Ich bin leidenschaftlicher Vogelbeobachter und daher viel in Parks oder Naturschutzgebieten unterwegs. Regelmäßiges Lauftraining hilft mir sehr beim Stressabbau und ohne Heavy Metal und Punkrock wäre das Leben sowieso nicht lebenswert.

klar.links Ausgabe #4 Juli/August 2025