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Baden für alle

Kerstin Wolter

Berlin und auch FriedrichshainKreuzberg sind ständig im Wandel. Die Frage ist aber, was muss sich verändern, damit es besser wird und was wollen wir erhalten, weil es bereits gut ist? Erhaltenswert wären unsere Schwimmbäder im Bezirk gewesen, ob das Baerwaldbad in Kreuzberg oder das Schwimmbad im SEZ oder in der Holzmarktstraße in Friedrichshain. Wer in den Wintermonaten schwimmen gehen will, muss mittlerweile in einen anderen Bezirk fahren, denn das Spreewaldbad am Görlitzer Park soll erst Ende 2027 wieder seine Türen öffnen. Wer sich im Sommer abends nach der Arbeit oder am Wochenende erfrischen will, wird allein im Sommerbad Kreuzberg Abkühlung finden – wenn er denn reinkommt.

Alle vier Tage schließt in Deutschland ein Hallen- oder Freibad. Dabei sind Schwimmbäder elementarer Bestandteil der kommunalen Infrastruktur. Immer weniger Kinder können schwimmen. Denn nicht alle Eltern können es sich leisten, ihr Kind für den Schwimmunterricht anzumelden und Schulklassen werden zum Teil kilometerweit mit Bussen durch Berlin gekarrt, um doch noch eine Schwimmstunde im Schwimmbad zu ergattern. Es ist keine Naturgewalt, dass es zu wenige Schwimmbäder gibt. Dahinter stecken politische Entscheidungen und klamme Haushaltskassen. Die verkündeten Reformen der Bundesregierung sehen wieder keine Vermögensteuer vor, dabei würde sie bis zu 5,5 Milliarden Euro jährlich allein für Berlin einbringen. Es kommt aber auch bei engeren finanziellen Spielräumen darauf an, wo Geld reingesteckt wird und worin nicht. Fest steht für mich: Der Besuch im Schwimmbad darf keine Frage des Geldbeutels sein, deswegen dürfen die Eintrittspreise bei den Berliner Bädern nicht weiter steigen und in den Ferien sollten Kinder und Jugendliche kostenlos ins Schwimmbad gehen können. Und es könnte so einfach sein, die Spree fließt durch die ganze Stadt. Nachdem die Wasserqualität der Spree lange Zeit viel zu schlecht war, um darin baden zu können, sieht das heute anders aus. Idee für Spreebäder gibt es viele. Wir müssen sie nur umsetzen. Wie wäre es zum Beispiel in Friedrichshain mit einem Strandbad, spreeseitig an der Spitze der Stralauer Halbinsel? Seit Jahren wird hier schon wild gebadet, aber der Eingang und auch der Untergrund sind unsicher. Das könnte sich ändern und dafür müsste erst einmal das über 100 Jahre alte Badeverbot in der Spree endlich fallen. Damit in Friedrichshain-Kreuzberg wieder mehr geschwommen werden kann.

Kerstin Wolter, Landesvorsitzende für die Linke Berlin und AGH-Kandidatin für FriedrichshainMaik Brückner Kreuzberg
klar.links Ausgabe #4 Juli/August 2026

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