Das SEZ nicht abreißen!

Michael Efler

Seit vielen Jahren wird über den Abriss des Friedrichshainer Sport- und Erholungszentrums SEZ durch die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft WBM diskutiert. Nun hat die WBM den Abriss beim Bauamt des Bezirks angezeigt. Die Abrissarbeiten sollen am 02. März beginnen – ausgerechnet am selben Tag, an dem im Stadtentwicklungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses die Anhörung zum Antrag der Linksfraktion mit dem Titel »SEZ nicht abreißen« stattfinden soll. Dieses Vorgehen stellt eine Missachtung demokratischer Entscheidungsprozesse und ist politisch höchst problematisch. Auch die Initiative »SEZ für alle«, die sich seit Jahren für die Erhaltung des Gebäudes einsetzt, ist empört. Das SEZ wurde 1981 als Sport und Erholungszentrum für die Bevölkerung der DDR eröffnet und bot unter anderem ein Wellenbad, eine Eislaufbahn und mehrere Sporthallen. Nach der Wende wurde der Betrieb schrittweise eingestellt. Nach einer Zeit in der Hand eines privaten Investors gehört das EZ heute wieder dem Land Berlin. Optionen für einen Komplett- oder Teilerhalt wurden bislang jedoch nicht geprüft. Und das, obwohl einiges gegen den Abriss des SEZ spricht. Das Gebäude ist nicht nur historisch bedeutend und architektonisch einzigartig, sondern auch für viele Ostberliner*innen ein prägender Ort der Erinnerung. Zudem bietet das SEZ die Chance, dringend benötigte Sport- und Schwimmflächen für den Bezirk zu schaffen, an denen es Friedrichshain deutlich mangelt. Angesichts dieses Defizits erscheint es daher absurd, das SEZ einfach abzureißen. Auch aus fachlicher Sicht gibt es keinen Anlass für einen Abriss des Gebäudes. Das Landesdenkmalamt hat den Erhaltungszustand des SEZ bezogen auf die Grundsubstanz als insgesamt intakt bewertet. Vor der Übernahme durch die WBM befand sich das SEZ in einem guten, erhaltenswerten Zustand und wurde teilweise weiterhin genutzt. Einen zwingenden baulichen Grund für den Abriss gibt es somit nicht. Darüber hinaus sind der Erhalt und die Umnutzung bestehender Gebäude zentrale Bausteine einer ökologischen Bauwende. Im SEZ sind große Mengen an Materialien verbaut, die durch einen Abriss vernichtet werden. Außerdem liegen bislang weder belastbare Angaben zu den Kosten des Abrisses noch zu den Kosten eines möglichen Komplett- oder Teilerhaltes vor.

Wir als die Linke setzen uns deshalb dafür ein, dass das SEZ nicht abgerissen wird und als architektonisch und kulturell wertvolles Gebäude erhalten bleibt. Wir fordern eine Machbarkeitsstudie, in der der bauliche Zustand des Gebäudes sowie der finanzielle Aufwand einer Sanierung und eines Sport- und Freizeitbetriebes untersucht werden, damit auf dieser Grundlage verantwortungsvoll über die Zukunft dieses wichtigen Ortes entschieden werden kann.

Michael Efler, Mitglied des Abgeordnetenhauses für Die Linke
klar.links Ausgabe #2 März/April 2026