Diese Website verwendet Cookies. Warum wir Cookies einsetzen und wie Sie diese deaktivieren können, erfahren Sie unter Datenschutz.
Zum Hauptinhalt springen

20. September: Weltweiter Klimastreik - Weil es kein »weiter so« mehr geben kann

Es haben sich viele Gruppen um die Bewegung »Fridays for Future« versammelt. Unter anderem gehen sie freitags auf die Straße. Der eine oder die andere hat eventuell die Diskussion um die Einhaltung der Schulpflicht verfolgt, denn die Schüler_innen versäumen die Schule und riskieren dabei einen Rauswurf – je nachdem, wie die Schulleitung dazu eingestellt ist. Ich bewundere diese Zielstrebigkeit und bin dankbar für ihr Engagement. Sie haben erkannt, dass eine Wende unseres Lebensstils notwendig ist, wenn wir den Klimawandel abmildern wollen. Diese Sache ist den Demonstrierenden wichtiger als die Erfüllung der Schulpflicht in diesen Tagen. Sie und 99 Prozent aller Wissenschaftler_innen sagen: Es ist 5 vor 12. Die Weiterexistenz unseres Planeten, wie wir ihn kennen, steht auf dem Spiel.

Leider gibt es noch immer viele Menschen, die den Klimawandel leugnen. Offensichtlich stehen teils ökonomische Interessen dahinter. Andere mögen hilflos gegenüber dieser großen Herausforderung sein und deswegen mit Ablehnung oder Resignation reagieren. Was folgt, ist bei vielen ein Weiter so, was z.B. tägliches Konsumverhalten oder Mobilität angeht.

Was von politischer Seite fehlt, ist ein eindeutiges Bekennen zur Neuausrichtung der Politik – bundesweit und für Berlin. Was schon andere europäische Länder und einzelne deutsche Gemeinden wie Konstanz vorgemacht haben, ist in diesem Sinne bspw. das Ausrufen des Klimanotstands. Zu diesem Beschluss gehört, die Klimakrise anzuerkennen und einzugestehen, dass bisher ergriffene Maßnahmen nicht ausreichen, um ihr zu begegnen. Gleichzeitig werden Regierung und Verwaltungen aufgerufen, neue Maßnahmen auszuarbeiten, die dem Ziel gerecht werden, die Erderwärmung abzumildern.

Für den 20. September 12 Uhr rufen auf Initiative von »Fridays for Future« verschiedene Gruppen, z.B. die Gewerkschaft verdi, zum globalen »Generalstreik« auf. In Berlin wird zur selben Zeit das Klimakabinett tagen und in New York einer der wichtigsten UN Gipfel des Jahres vorbereitet. Die Organisator_innen wollen die Menschen wach rütteln. Es kann kein Weiter so geben.


von Karolin Behlert
klar.links Ausgabe #4 September/Oktober 2019