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Obdachlosigkeit

Man erkennt eine Gesellschaft daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht.

Wohnungslosigkeit hat unterschiedliche gründe: Arbeitslosigkeit, Mietschulden, Krankheit, Trennung, Tod eines Partners. Wohnungslosigkeit kann alle treffen. Fast 10 000 Kinder und Jugendliche in Deutschland sind obdachlos. Eine genaue Zahl der Wohnungslosen ist allerdings nicht bekannt. Wohnungslose sind in keiner Statistik erfasst.

Eine sichere, dem Bedarf entsprechende Wohnung gehört zu den Grundvoraussetzungen für soziale Sicherheit und Menschenwürde. Sie ist Zentrum des Lebens, steht für Identität und darf deshalb nicht wie eine Ware gehandelt werden. Wohnen ist ein Menschenrecht! Die Betroffenen sind das ganze Jahr über obdachlos. Nicht nur im Winter, wenn die Medien darüber berichten. Sie sind immer ohne eigene Wohnung. Sie leben unter Brücken, übernachten auf Parkbänken, hausen in Abbruchhäusern. Sie sind häufig stigmatisiert als "heruntergekommene Trinker", "arbeitsscheue Penner", "antriebslose Schmarotzer".

DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass diese Projekte auch in der Perspektive finanziell abgesichert sind und dass in einer sich weiter ausdifferenzierenden Stadtgesellschaft das Existenz- und Bleiberecht der Benachteiligten respektiert und die aufopferungsvolle SOZIALARBEIT gesellschaftlich anerkannt und honoriert wird.

Friedrichshain-Kreuzberg ist als attraktiver Innenstadtbezirk zunehmend von einer Verdrängung der Ärmsten und Bedürftigsten geprägt. Wir setzen uns für eine langfristig ausreichende Finanzierung der Schuldner- und Insolvenzberatung im Bezirk ein, um Obdachlosigkeit zu vermeiden.

In Friedrichshain-Kreuzberg gibt es Tafeln, die kostenlos Lebensmittel abgeben. Es gibt Notunterkünfte, Suppenküchen, Kleiderkammern, Sucht- und Schuldnerberatungen. Es gibt Projekte wie das in der Gitschiner Straße in Kreuzberg. Hier können Obdachlose Bilder malen, Instrumente lernen oder Sport machen. Es ist der Versuch, den Obdachlosen ihre Menschenwürde zurückzugeben. Wir unterstützen und fördern Projekte zur Versorgung von wohnungs- und obdachlosen Menschen zum Beispiel mit zeitweiligen Unterkünften, warmen Mahlzeiten und Bekleidung.

Trotz angespannter Haushaltssituation hat DIE LINKE dazu beigetragen, dass die öffentliche Unterstützung für die Wohnungslosenhilfe und die Kältehilfe, für Tagesstätten, Kleiderkammern und Suppenküchen auf dem hohen Niveau der vergangenen zehn Jahre immer beibehalten wurde. In den kalten Wintern 2009 und 2010 wurden sogar zusätzliche Notübernachtungsplätze eingerichtet.

Obdachlose sind ähnlich wie Suchtkranke oftmals mit den allgemeinen Anforderungen des Job-Centers überfordert. Für suchtkranke Menschen hat aber das Job-Center gute Strukturen entwickelt, ohne die Defizite der Betroffenen ausgleichen zu können. Als einer der Träger des Jobcenters hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in den vergangenen Jahren auch eine Zusammenarbeit zwischen den bezirklichen Einrichtungen der psychosozialen Betreuung und der Wohnungslosenhilfe und dem Fallmanagement des Jobcenters entwickelt, sodass Menschen mit besonderen Schwierigkeiten, notwendige, sensible und zielgerichtete Hilfe erhalten.