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BILDUNG

 

Gemeinsames Lernen ist soziales Lernen.

Bildung soll Menschen in die Lage versetzen, gemeinsam mit anderen ein freies, sozial verantwortliches und selbstbestimmtes Leben zu führen. Das beginnt in der Kita und endet nicht mit dem Abschluss einer Berufsausbildung oder eines Studiums.

Wir wollen gleiche Chancen für alle Kinder. Deshalb setzen wir uns seit langem dafür ein, dass alle Kinder im Bezirk gleichermaßen durch frühkindliche Bildung gefördert werden können. In unserem Bezirk existiert ein gut ausgebautes Angebot von Kindergärten in öffentlicher und freier Trägerschaft, die seit einigen Jahren als Bildungseinrichtungen anerkannt sind. Wir wollen, dass möglichst viele Kinder das Bildungsangebot einer Kita wahrnehmen können. Der Bedarf eines Kindes an frühkindlicher Bildung hängt nicht davon ab, ob und wie lange seine Eltern arbeiten. Deshalb streben wir die Abschaffung jeder Bedarfsprüfung an.
Es macht keinen Sinn, auf der einen Seite über die Einführung einer Kitapflicht zu reden und auf der anderen Seite den Zugang zur Kita für Kinder, deren Eltern keine bezahlte Arbeit haben, zu erschweren.

Wir haben das Ziel, dass alle Kinder, deren Eltern dies wollen, Kita-Betreuungsangebote als erstes Bildungsangebot möglichst früh in Anspruch nehmen können. Dies ist insbesondere für die Sprachentwicklung zweisprachig aufwachsender Kinder wichtig und ermöglicht gleichzeitig eine schnelle Rückkehr der Eltern in Ausbildung, Studium oder Beruf. Deshalb wollen wir den Rechtsanspruch auf eine täglich mindestens siebenstündige Förderung auch für die Gruppe der unter dreijährigen Kinder einführen und das vorhandene Angebot an Betreuungsplätzen vor allem für diese Altersgruppe ausweiten.

Zurzeit bekommen nicht mehr alle Kinder, deren Eltern dies wünschen, einen Kita-Platz. Zusätzlich ist mit einer wachsenden Nachfrage zu rechnen. Wir werden uns dafür einsetzen, dass im Bezirk ausreichend neue Kita-Plätze geschaffen werden. Dafür brauchen wir mehr Transparenz in den Planungen aller Bezirke und die Koordinierung durch das Land, um die Nachfrage nach Kitaplätzen von Eltern aus anderen Bezirken berücksichtigen zu können.
Wir wollen, dass öffentliche Flächen, auch die des Liegenschaftsfonds, für Bildungsangebote gesichert werden. Der kommunale Kitaeigenbetrieb muss als wesentliches Instrument kommunaler Einflussnahme gestärkt und finanziell abgesichert werden.

Wir streben an, auch für dieses Angebot die Beitragsfreiheit schrittweise einzuführen. Zur Beitragsfreiheit gehört für uns ein kostenfreies Mittagessen. In einem ersten Schritt wollen wir erreichen, dass Hartz IV- und grundsicherungsabhängige Kinder von den Kosten freigestellt werden.

Die Erweiterung des Bildungsangebots darf nicht zu Lasten der Qualität gehen. Im Gegenteil: Der bereits verbesserte Personalschlüssel muss mit Blick auf die zunehmend stärkere Einbindung der Kinder mit Behinderungen sowie die bessere und frühere soziale und sprachliche Förderung der Kinder weiter angepasst werden. Um den verbesserten Personalschlüssel auch umzusetzen und dem Personalbedarf gerecht zu werden, brauchen wir intensivere Anstrengungen zur Ausbildung und Gewinnung von ausreichend Erzieherinnen und Erziehern.

Gemeinsames Lernen im Kindergarten ist vor allem auch soziales Lernen. Kindertagesstätten können gerade in sozialen Brennpunkten in der engen und vertrauensvollen Zusammenarbeit von Eltern und Erzieherinnen und Erziehern einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der sozialen Stadt Berlin leisten.

Wir wollen Schulen, die Lern- und Lebensort für alle Kinder sind, die alle Kinder unabhängig von ihren mitgebrachten Voraussetzungen oder ihrer Herkunft annehmen, sich auf sie einstellen und sie zu ihren bestmöglichen Bildungsergebnissen führen.
Wir wollen die öffentlichen Schulen in diesem Sinne stärken, statt stigmatisierende Gutscheine für private Nachhilfe an Kinder aus armen Familien zu verteilen.

Ziel unserer Bildungspolitik ist die Gemeinschaftsschule als Schule für alle Kinder vom Schulanfang bis zum Schulabschluss. DIE LINKE hat in Berlin Meilensteine auf dem Weg zu einer solchen Schule gesetzt. Wir haben die Ganztagsangebote ausgeweitet und Gemeinschaftsschulen ermöglicht. Mit der flächendeckenden Einführung der Integrierten Sekundarschule haben wir einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu längerem gemeinsamen Lernen gemacht. Hiermit wurde nicht nur die Hauptschule abgeschafft, sondern eine Schulform geschaffen, die allen Schülerinnen und Schülern gemeinsam den Weg zum Abitur eröffnet.

DIE LINKE hat durchgesetzt, dass Gemeinschaftsschulen aufgebaut werden können. Wir wollen, dass sie über alle Jahrgangstufen bis zum Abitur ausgebaut werden und dieses Pilotprojekt als eine stufenübergreifende Regelschulform gesetzlich verankert wird. Sie setzen neue Lernkonzepte des individuellen und kooperativen Lernens um und übernehmen eine Leitbildfunktion für das Lernen in heterogen zusammengesetzten Lerngruppen. Weitere Schulen können und sollen sich an der Pilotphase beteiligen. Auch in Kreuzberg hat sich mit der Lina Morgenstern-Schule eine Gemeinschaftsschule auf den Weg gemacht, und zum Schuljahr 2011/2012 startet eine zweite Gemeinschaftsschule, die Carl-von-Ossietzky-Schule in der Blücherstraße. Wir werden diese Schulen in ihrer Entwicklung unterstützen.
Darüber hinaus wollen wir, dass es auch in Friedrichshain ein Gemeinschaftsschulangebot gibt und unterstützen entsprechende Initiativen.

DIE LINKE will Integrierte Sekundarschulen im Bezirk als attraktive Alternative zum Gymnasium entwickeln. Sie führen zu den gleichen Abschlüssen bis hin zum Abitur und bieten als Ganztagsschulen und mit dem Abitur nach 13 Jahren mehr Zeit zum Lernen, für die individuelle Förderung und die Entwicklung von Talenten. Wir wollen, dass für alle Integrierten Sekundarschulen auch in der Aufbauphase klar erkennbar ist, welchen Weg zum Abitur sie anbieten. Deshalb setzen wir uns für den Aufbau einer neuen Gymnasialen Oberstufe im Wrangelkiez als Angebot für die Kreuzberger Sekundarschulen ein.

Wir werden uns dafür einsetzen, dass an allen Grundschulen, Gemeinschaftsschulen und Integrierten Sekundarschulen ausreichend Räume für die ganztägige Förderung, Arbeitsgemeinschaften und die Essensversorgung geschaffen werden. Die weitere Sanierung und der Umbau der Schulgebäude entsprechend der pädagogischen Anforderungen an gute Schulen sind für uns deshalb besonders wichtig. Dafür muss das Land auch nach Auslaufen der Konjunkturpakete Mittel zur Verfügung stellen.
Im Bezirk muss das selbstverschuldete Chaos bei der Umsetzung der Schulbaumaßnahmen beendet werden. Auch Kinder mit Beeinträchtigungen haben ein Recht auf einen Schulplatz in der Regelschule. Dafür werden wir im ersten Schritt darauf hinwirken, dass alle Schulgebäude barrierefrei werden.

Ganztagsschulen brauchen auch Vollzeitstellen für Hausmeister und Schulsekretärinnen, die den organisatorischen Ablauf sicherstellen. Sie sind wichtige Ansprechpartner für Eltern und Kinder. Gleichzeitig sind sie eine Voraussetzung dafür, dass Schulen sich in den Kiez öffnen können.

Wir wollen das Angebot der musischen Bildung verbessern und eine Kinder- und Jugend-Kunstschule im Samariterviertel in Zusammenarbeit mit dem „Kunst- und Medienwerk e.V.“ entwickeln.

DIE LINKE ist eine konsequente Friedenspartei und sie versteht Schulen als Einrichtungen, in denen die Ideen des Friedens, der Gleichheit der Menschen und der Solidarität gelehrt werden. Deshalb lehnen wir es grundsätzlich ab, Jugendoffizieren der Bundeswehr die Gelegenheit zu geben, Rekrutierungsveranstaltungen an Schulen durchzuführen.
Wir lehnen auch private Sicherheitsdienste oder gar Videoüberwachungseinrichtungen an den Schulen ab.