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Gesundheit


Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit einer Krankheit.

Wir setzen uns ein für eine solidarische Bürgerinnen-und Bürgerversicherung ein, die allen Menschen unabhängig vom Geldbeutel im Krankheitsfall bestmögliche Heilung gewährleistet. Das Gesundheitswesen soll auf die Vorsorge vor Krankheit ausgerichtet sein und nicht auf die Profitinteressen der Pharmakonzerne und der Gesundheitsindustrie. Deshalb müssen wir in unserer kommunalen Gesundheitspolitik gegensteuern.

 

Der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) in Friedrichshain-Kreuzberg ist besonders wichtig für die Vorsorge und die Gesundheitsförderung für Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen und der gesundheitlichen Betreuung sozial Benachteiligter.

Wir wollen die Angebote des ÖGD so weiterentwickeln, dass Menschen Gesundheit als ihr eigenes Interesse erkennen und verfolgen und dass sie dabei in sozialen Netzwerken verankert werden, die ihnen den Austausch mit anderen und gegenseitige Hilfeleistung bieten. Deshalb wollen wir insbesondere den Prozess der interkulturellen Öffnung der Verwaltung im Gesundheitsamt und die kultursensible Weiterentwicklung der Angebote fortsetzen.
DIE LINKE in Friedrichshain-Kreuzberg wird auch in den kommenden Haushaltsberatungen dafür eintreten, dass es eine Sicherung der Angebote im öffentlichen Gesundheitsdienst gibt.

Das Gesundheitsamt in der Urbanstraße in Kreuzberg wurde in „Dr. Curt Bejach Gesundheitszentrum“ umbenannt. Uns ging es dabei nicht nur um den Bezug zum Gründer des ersten kommunalen Zentrums für präventive Medizin und Gesundheitserziehung in Berlin. Wir wollen daran anknüpfen, dass unter Dr. Curt Bejach für die Benachteiligten der Gesellschaft, die Arbeiterbevölkerung, neben den üblichen Beratungsstellen zur Säuglings- und Kleinkinderfürsorge, der Schulgesundheitspflege oder Tuberkulosefürsorge eine „Lehrstätte für hygienische Volksbelehrung“, wechselnde Ausstellungen und auch eine Sexualberatungsstelle eingerichtet wurden. Das „neue“ Gesundheitszentrum soll in diesem Sinne, Angebote der Gesundheitsförderung hinsichtlich gesunder Ernährung, Bewegung, gesundem Wohnen und der Gesundheitsprävention von der Geburt bis ins hohe Alter bieten.
In Friedrichshain-Kreuzberg gibt es viele Ärztinnen und Ärzte, nur praktizieren sie leider nicht immer dort, wo sie gebraucht werden. Versorgungsengpässe sind vor allem da entstanden, wo Arztpraxen geschlossen wurden, um sie dann in vermeintlich lukrativeren Kiezen neu zu eröffnen. Wir werden uns im Land und in unserem Bezirk weiterhin dafür einsetzen, dass die wohnortnahe Versorgung mit Haus- und Fachärzten ohne lange Wartezeiten wieder gesichert wird. Kurzfristig muss in Friedrichshain-Kreuzberg der Versorgungsengpass bei Kinder- und Jugendpsychiatern behoben werden.

Auch in Friedrichshain-Kreuzberg leben immer mehr Menschen, die als Illegalisierte, als Flüchtlinge, als EU-Bürgerinnen und -Bürger oder aus anderen Gründen nicht krankenversichert sind. Auch sie brauchen eine leistungsfähige Gesundheitsversorgung. Dafür bauen wir die bestehenden Netzwerke aus und setzen uns dafür ein, dass die Finanzierungsbasis für die gesundheitliche Versorgung illegalisierter Menschen zum Beispiel durch den anonymen Krankenschein verbessert wird.
Die steigenden Mieten auf dem Wohnungsmarkt führen auch dazu, dass Anbieter der psychosozialen Versorgung bei ihrem Bemühen, Wohn- und Betreuungsräume zu finden, immer größere Schwierigkeiten haben. Wir setzen uns dafür ein, bezirkseigene Immobilien, die nicht mehr genutzt werden, diesen Trägern für betreutes Wohnen zur Verfügung zu stellen. Gleichzeitig werden wir gemeinsam mit der LINKEN auf Landesebene daran arbeiten, dass kommunale Wohnungsunternehmen ihrer Verantwortung für eine bedarfsgerechte Versorgung mit Wohnraum für Menschen mit psychischen Erkrankungen gerecht werden

Nikotin und Alkohol schaden der öffentlichen Gesundheit in Deutschland mehr als alle illegalen Drogen zusammen. Deshalb fordert DIE LINKE ein Werbeverbot für Alkohol und Zigaretten und die Einhaltung des Nichtraucherschutzgesetzes. Außerdem setzen wir uns für niedrigschwellige Anlaufstellen für Alkoholabhängige ein, in denen mitgebrachter Alkohol konsumiert werden kann.

Abhängige sind nicht kriminell, sondern krank! DIE LINKE streitet seit Jahren für mehr Präventions- und Beratungsangebote, für die Entwicklung eines Programms für älter Drogenerkrankte und für die Diamorphinersatzbehandlung für schwerstabhängige Heroinkonsumenten. Wir setzen uns dafür ein, dass eine solche Diamorphinausgabe schnellstmöglich in Berlin eingerichtet wird. Eine solche Abgabestelle könnte auch in Kreuzberg etabliert werden.

Drogenkonsumräume sind durch DIE LINKE in Berlin in eingeführt worden und leisten eine unverzichtbare Arbeit. Dank des Einsatzes der LINKEN konnte in der Reichenberger Straße ein neuer Standort für Kreuzberger Drogenkonsumraum gefunden werden, der zum Gesundheits- und Suchthilfezentrum mit sozialen Beratungs- und medizinischen Betreuungsangeboten neben den beaufsichtigten Konsummöglichkeiten ausgebaut wird.

Sorgen und Ängste der Nachbarschaft hinsichtlich möglicher Belastungen und Konflikte nehmen wir ernst. Unsere ganze Unterstützung gehört den Angeboten der Suchthilfe am Kotti, in SO 36 oder in der Reichenberger Straße, die überlebenswichtig für Suchtkranke sind. Wir wollen sie finanziell absichern und ihre Angebote so weiterentwickeln, wie der Bedarf es notwendig macht.

DIE LINKE setzt sich dafür ein, einerseits die Aufklärungsarbeit zu sogenannten „Partydrogen“ wie Ecstasy und Speed aber auch Heroin und Kokain zu erweitern und andererseits durch ein „Drug-Checking“-Angebot für wirkungsvollen Schutz vor gefährlichen Verunreinigungen zu sorgen.


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