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10.06.2010

Solidarität mit Emmely

Fristlos gekündigt werden wegen des Verdachts auf Diebstahl oder einer Bagatelle?

Das ist in Deutschland weiterhin legal: Egal ob ein Kaffee im Wert von 20 Cent oder der Verdacht auf Unterschlagung von Pfandbons im Wert von 1,30 Euro.

Die mutige Kaisers-Kassiererin Emmely kämpft dagegen bis zum Bundesarbeitsgerichts - stellvertretend für viele andere: Am 10. Juni 2010 wird vor Gericht über ihre Kündigung verhandelt. Sie verdient unsere volle Solidarität. Wir haben deshalb vor dem Kaisers am Kotti auf die Kündigung von Emmely und das laufende Gerichtsverfahren aufmerksam gemacht.

Missbrauch des Kündigungsrechts

Emmely war ihrem Arbeitgeber nicht unbekannt, vor allem durch ihre aktive Rolle im Einzelhandelsstreik zuvor. Sie wurde wegen des Verdachts auf Unterschlagung eines Pfandbons im Wert von 1,30 Euro entlassen. Nachgewiesen wurde ihr nichts.

Emmely ist kein Einzelfall: Zahlreiche Fälle belegen, wie Unternehmen mit fingierten Diebstählen Jagd auf gewerkschaftlich aktive Beschäftigte machen. Zielscheibe sind auch Beschäftigte, die dem Arbeitgeber zu teuer sind, die zu alt sind oder nicht reibungslos funktionieren. Das muss ein Ende haben!

Schluss mit Kündigungen wegen Verdacht und Bagatellen

DIE LINKE fordert eine Erweiterung des Kündigungsschutzes: Schluss mit fristlosen Kündigungen wegen Verdacht und Bagatellen. Eine Kündigung wegen Bagatelldelikten darf, wie bei anderen verhaltensbedingten Kündigungen, nicht ohne eine vorherige Abmahnung geschehen. Kündigung auf Verdacht muss verboten werden. Nur so kann den Maulkorb-Kündigungen Einhalt geboten werden.