DIE LINKE. Friedrichshain-Kreuzberg


26. Januar 2011 Linksfraktion in der BVV

Hundehalterinnen und Hundehalter sind keine Menschen 2. Klasse

Nachdem ein Brief, der im September letzten Jahres im Namen von 50 Hundehalter/innen rund um die Weberwiese an den Bürgermeister geschickt wurde, bis heute noch nicht beantwortet wurde, fordert die LINKE nun eine öffentliche Veranstaltung, zu dem Thema „Hundeverbot an der Weberwiese“.

"Das Hundeverbot an der Weberwiese wurde ohne Absprachen mit der BVV in Eigenregie der zurückgetretenen Stadträtin Jutta Kalepky in den Sommermonaten angeordnet. Die Menschen die hier wohnen, haben davon in der Zeitung erfahren – ebenso von der Argumentation für die Sperrung", sagt Mirko Assatzk, umweltpolitischer Sprecher der BVV-Fraktion in Friedrichshain-Kreuzberg.

Und diese Argumentation des Bezirksamts ist zu kritisieren. So führte es an, die Hunde hätten die neu angepflanzten Blumen zerstört und Hundehaare hätten die Pumpe des Brunnens verstopft. Doch Anwohnerinnen und Anwohner erzählen eine ganz andere Geschichte: Sie behaupten, Kinder und Jugendliche hätten Blumen aus den Beeten gerissen und durch die sommerlichen Partys dort landete ein Haufen anderer Müll im Brunnen.
Und in der Tat ist merkwürdig, warum plötzlich jetzt Hundehaare die Pumpe verstopfen – denn vor der Neugestaltung der Anlage gab es dieses Problem nicht – das ergab eine mündliche Anfrage an das Bezirksamt.

"Wir kritisieren auch die Pauschalisierung, mit der hier über "alle Hundehalterinnen und Hundehalter" geredet wird", betont Assatzk. "Wie bei allen Bevölkerungsgruppen gibt es verantwortungsvolle Menschen und nicht verantwortungsvolle Menschen. Das Problem was wir hier sehen ist, dass mit dieser Maßnahme die Menschen bestraft werden, die sich bisher verantwortungsvoll verhalten haben. Und die, die die Gesetze und Regeln vorher nicht beachtet haben, werden sich auch nicht an das Hundeverbot halten. Daher ändert sich dann nichts an der Beschwerdelage, - aber viele Menschen verlieren eine sozialen Treffpunkt." Denn gerade ältere Menschen, die mit einem Hund zusammenleben, schätzten die Weberwiese als Ort der Kommunikation.

"Das ist für uns ein falsches politisches und gesellschaftliches Signal", findet der Bezirksverordnete Assatzk. "Wir sind der Meinung, dass Probleme konstruktiv gelöst werden sollten. So sollte z.B. überprüft werden, ob die Pumpe zu empfindlich ist und gegen Hundhaufen auf der Grünanlage sollten Tütenspender aufgestellt werden. Immerhin machen auch schon viele Menschen die Hinterlassenschaft ihrer Vierbeiner weg – es müssen nur noch mehr werden."

Es gibt eine Reihe von Beispielen, wo sich engagierte Hundefreunde gemeinsam für mehr Sauberkeit eingesetzt haben. Warum auch nicht an der Weberwiese?

 

Für Rückfragen: Mirko Assatzk, 0162 / 544 18 35 

Quelle: http://www.dielinke-friedrichshain-kreuzberg.de/nc/politik/presse/detail/artikel/hundehalterinnen-und-hundehalter-sind-keine-menschen-2-klasse/