Die Anschlussstelle der A100 an der Puschkinallee entwickelt ihre erste verkehrliche Auswirkung bis in die Schlesische Straße (Verkehrsknoten Schlesisches Tor). Für die verkehrlichen Auswirkung am Knoten Elsebrücke / Stralauer Allee / Markgrafendamm / Alt-Stralau hatte das Bezirksamt (BA) im letzten Jahr eine Verkehrsstudie gemacht. Ihr Fazit ist, dass dort aufgrund der jetzt schon hohen Belastung zusätzlicher Verkehr nicht abzuwickeln ist. Wir haben Nachstauzeiten von über vier Minuten in jede Richtung. Charakteristisch für alle Verkehrsknoten ist, dass sie bereits heute an ihre Kapazitätsgrenzen gekommen sind.
Neben den verkehrlichen Auswirkungen kommen die städtebaulichen. Eine Autobahn ist eine tiefgehende, dauerhafte stadträumliche Zäsur. Sie trennt Stadtteile in rechts und links von ihr - auch dort, wo sie in Hochlage geführt wird. Sie zerstört gewachsene, funktionale Gefüge von Stadtquartieren. Dort, wo es eine dauerhafte Lärm- und Schadstoffbelastung gibt, führt dies zur Abwertung von Wohngebieten. Damit geht einhert, dass der gewerbliche Handel in diese Abwärtsspirale mit hineingezogen wird.
Vor diesem Hintergrund gab das Bezirksamt Ende April eine negative Stellungnahme ab: sehr intensiv und sehr detailliert, um im Anschluss Klagen zu können. Die BVV ist überzeugt, dass die Autobahnverlängerung erhebliche Nachteile für die Bevölkerung von Friedrichshain-Kreuzberg mit sich zieht. Deshalb fordert sie das Bezirksamt auf, alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen.
Die politische Forderung der Partei DIE LINKE. in Friedrichshain-Kreuzberg ist der Wegfall der Zweckbindung bei den Autobahn Bundesmitteln. Die für die A100 geplante Summe könnte sinnvoller für die Sanierung bestehender Straßen mit Fuß- und Radwegen, sowie den Ausbau des ÖPNV in Berlin zur Verfügung gestellt werden.
Mirko Assatzk Verkehrspolitischer Sprecher in der BVV